Weihnachten 2004

Besucherzaehler

Immer nur Theater

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Wenn doch nicht immer dieses Theater vor dem Theater wäre! Die Weihnachts-vorbereitungen ziehen da oft spurlos an den Beteiligten vorüber. Und plötzlich ist Heiligabend und man steht wieder ohne Geschenke unterm Tannenbaum.

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Bei der Theateraufführung im Dezember 2003 sollten laut Drehbuch acht Weihnachtsmänner Badeurlaub in der Südsee machen. Leider hatten sich für die AG nur drei Jungen angemeldet. Und die Mädchen wollten auf keinen Fall als Weihnachtsmann nur mit Badehose bekleidet die Bühne betreten. Wir standen also vor einem nahezu unlösbaren Problem.

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Zufällig fand ich in einem Kaufhaus Weihnachtsmannmützen mit Zöpfchen. Und so gab es eben drei Weihnachtsmänner in Badehose und fünf Weihnachtsmädchen mit Bikini. Manchmal ist die Lösung ganz einfach. Allerdings war sie in diesem Fall etwas an den Haaren herbeigezogen!

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Auch vor dem Weihnachtsfest 2004 ging es wie gewohnt drunter und drüber. Wieder nichts mit besinnlicher Adventszeit. Zum Abschluss des Theaterstückes „Lenas Weihnachtsbäumchen“ sollte drei Minuten lang Schnee leise-leise auf die Bühne rieseln. Das war eine große bühnentechnische Herausforderung: Wie konstruiere ich mit möglichst wenig Aufwand eine entsprechende Beschneiungsanlage für Trockenschnee? Wie montiere und bediene ich das Gerät an der Hallendecke in sechs Metern Höhe? Und vor allem: Woher bekomme ich den Schnee, der ja bekanntlich im Mittelmeerraum eher Mangelware ist.

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So setzte ich mich Ende November in den Flieger, um in Deutschland auf diversen Wertstoffhöfen säckeweise schneeweiße Styroporchips einzusammeln. Nach einem aufwändigen mehrstündigen Auslese- und Flugtestverfahren wurden schließlich die Chips-Sorten mit den besten Flugeigenschaften, der längsten Schwebedauer und den spektakulärsten Flugmanövern ausgewählt und in Koffer und Kartons verpackt. Zum Glück fallen diese Dinger beim Gepäck kaum ins Gewicht, aber aus Platzgründen musste ich Kleidung und Schuhe zurücklassen.

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Wie aus heiterem Himmel kam zwei Tage vor der Aufführung ein großes Paket ins Haus bzw. in den Hof geschneit. Das konnte eigentlich nur der liebe gute Weihnachtsmann auf seiner langen Reise verloren haben. Hund Luna nahm sich sofort der Sache an und zerlegte die Verpackung sorgfältig in sämtliche Einzelteile.

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Als wir am Abend nach Hause kamen, entdeckten wir in dem, was von der Postwurfsendung noch übrig geblieben war, eine schwere silberne Schale mit einem echten Echtheitszertifikat. Dieses offenbar wertvolle Schmuckstück hatte den Aufprall glücklicherweise heil überstanden, weil der Karton – vor Lunas Demontage – gefüllt war mit weißen Styroporchips! Wer mir dieses Geschenk zukommen lassen wollte, war leider auf dem Paketaufkleber nicht mehr zu entziffern. Da hatte Luna ganze Arbeit geleistet.

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Nachdem wir uns schon recht gut mit der schmucken Silberschale angefreundet hatten, kam zwei Tage vor Heiligabend ein Mann vom Paketdienst hereingeschneit und wollte die Sendung wieder abholen, die er versehentlich über unseren Zaun geworfen hatte. – Also war es wohl doch nicht der Weihnachtsmann! Schale … ähm … Schade!

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Der Postbote war überglücklich, dass wir ihm wenigstens den Inhalt des Pakets ausliefern konnten. Die Verpackung behielt Luna für sich – und ich die Styropor-Chips. In der DSV gab es dann tatsächlich weiße Weihnachten und die Kinder waren aus dem Häuschen.

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Aber das ist inzwischen alles Schnee von gestern.

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